h1

Die Irrtümer des Intelligent Design

11. Februar 2008

Intelligent Design ist in Deutschland zum Glück noch nicht sehr aktiv vertreten. Es gibt jedoch Bestrebungen, dieses Gedankengebäude langsam und unauffällig über Schulbücher in die Köpfe der Menschen zu bringen, die sich mit dem Thema noch nicht tiefgreifend auseinander gesetzt haben.

Hierzu sind die Beiträge von Evil under the sun sehr zu empfehlen.

Prof. Dr. Axel Meyer und Prof. Dr. Hubert Markl, ihres Zeichens Biologen aus dem Bereich der Evolotionsbiologie bzw. Zoologie berichten über die Irrtümer des ID und stellen die Grundaussagen der modernen Evolotionsbiologie vor.

Ausschnitte:

Da zurzeit, wie seit mehr als einem Jahrhundert, wieder einmal Verwirrung über das friedliche intellektuelle Zusammenleben von Wissenschaft und Religion herrscht und die eine Seite auf Kosten der anderen Wahrheitsansprüche durchzusetzen sucht, ist es vielleicht nicht nutzlos, wenn Biologen einige Grundeinsichten der Evolutionsbiologieerläutern und die diesmal als „Intelligent Design“ (ID) vorgebrachten Missverständnisse des Kreationismus aufzuklären suchen. ID beziehungsweise Kreationismus ist der religiös motivierte und als Wissenschaft maskierte Glaube, dass das Leben zu komplex sei, um allein mit bekannten evolutionsbiologischen Mechanismen erklärt werden zu können. Somit ist ID als Wissenschaft ausgegebene Religion, und nicht mehr.
[..]
Aber so funktioniert Evolution nicht. Dies sind nur die üblichen „Berechnungen“ von Kreationisten. Bei dreieinhalb Milliarden Jahren Mutation und Selektion und damit Evolution mit so vielen Generationen pro Jahr und unzähligen evolutionären Linien kann sehr viel passieren, ja musste sehr viel geschehen – selbst morphologisch divergente Tierstämme fingen einmal „klein“ an, nämlich als neue Arten und die verteufelte Makroevolution (Evolution auf der überartlichen Ebene) beinhaltet keinerlei besondere oder andere Mechanismen als die auf Populationsebene stattfindende Mikroevolution.

Ganzer Artikel

In dem Artikel wird auf Verständliche Weise darauf eingegangen, welchen Missverständnissen Vertreter des ID unterliegen (wollen?). Für den interessierten Leser dürften die meisten Aussagen nichts neues enthalten, jedoch geben sie einem im Rahmen von Diskussionen interessante Denkansätze an die Hand. Nach meiner Erfahrung ist es nämlich sehr schwierig, die Denkweise von IDlern oder Kreationisten mittels einer Argumentation anzugreifen.

Meine persönliche Meinung ist, dass ID offensichtlich nur ein plumper Versuch ist, mittels „trojanischem Pferd“ der Fuß in die Tür der Wissenschaft zu bekommen, um dann den „Kreationismus aus dem Sack“ zu lassen. Durch die Versuche, ID als biologisches (!) Lehrfach außerhalb des Religionsunterricht etablieren zu wollen, zeigen seinen Vertreter aus USA (Discovery Institute) und Deutschland (Studiengemeinschaft Wort und Wissen), welche Taktik sie dabei verfolgen. (siehe Wedge „Keil“ Strategie)

[via Brightsblog]

Kommentar schreiben