
Statistik und so…
31. März 2008Als ich via HPD diesen Artikel las:
Tagesanzeiger.ch:Mehr Muslime als Katholiken
Auf der Welt gibt’s es erstmals mehr Muslime als Katholiken. Dies zeigen Zahlen aus dem Vatikan.
Laut dem statistischen Büro des Vatikans stellen die Katholiken 17,4 Prozent der Weltbevölkerung, die Muslime 19,2 Prozent. Grund sei unter anderem die hohe Geburtenrate in islamischen Ländern. Alle Christen zusammen machten rund 33 Prozent der Weltbevölkerung aus, hiess es.
Allerdings könne der Vatikan nur für die Zahlen der Katholiken garantieren, da für die Erstellung wissenschaftliche Methoden angewendet worden seien – nicht aber für die Zahlen der Muslime. «Die Daten, die wir aus der islamischen Welt erhalten haben, basieren auf Schätzungen, die wiederum auf dem Bevölkerungswachstum beruhen», sagte Vittorio Formenti, einer der Verantwortlichen des statistischen Jahrbuchs des Kirchenstaates. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2006.
(sam/sda)
kam mir der Gedanke, ob da nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden. An dieser Aussage stören mich (neben den im Artikel erwähnten Erfassungsproblemen folgendes:
- Müsste in einem wirklichen Vergleich nicht Christen/Muslime vergleichen werden, oder ehrlicherweise Katholiken/Sunniten, Schiiten, Alveiten (was auch immer es da noch so gibt)?
- Ich halte es in Staaten wie Saudi-Arabien, Teilen von Africa oder im Iran (Liste ist nicht abschliessend!) gelinde gesagt für unmöglich, die tatsächliche Glaubensrichtung zu erfassen. Herr Ahmadinedschad hat ja auch überzeugt davon gesprochen, dass es z.B. Homosexualität im Iran nicht gäbe[1]. Soviel zur ehrlichen Einstellung zur Existenz Andersgläubigen. Wieso sollte das gerade in diesem Bereich anders sein.
- Wieviele offizielle Katholiken sind wirklich katholisch? Ich bin (Überraschung!) auch katholisch. Denn dank der Nordrhein-Westfälischen Regierung kostet der Austritt zur Zeit 30 EUR. Das sehe ich aber gar nicht ein, solange ich ohnehin keine Kirchensteuer bezahle. Ich hoffe, dass da jemand erfolgreich gegen klagt – ich kann mir die Klage zur Zeit nicht leisten.
[via HPD]
[1] http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2796258,00.html
Nachtrag:
Offenbar beschäftigen sich auch noch andere mit dieser Meldung. Wenn auch mit einem ganz anderen Gedanken:
Muslim zu sein, könnte eine Mode sein. Es ist grad “in”. Ich weiss nicht, wie ernst der Blogger das meint.




