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Impfen ist böse.

10. April 2008

Weitergen (aka Science in Society) berichtet, dass es zur Zeit eine Masernepidemie in Österreich gibt. In Deutschland gab es im letzten Jahr am Niederrhein ebenfalls ein gehäuftes Auftreten im Bereich Wesel.

Die Überraschung könnte groß sein, weil man eigentlich davon ausgehen sollte, dass eigentlich durch flächendeckenden Impfungen in den Industrieländern Masererkrankungen zur Ausnahmen gehören.

Das wäre auch so, gäbe es nicht Bevölkerungsanteile, die sich wehement den Impfungen verweigern.

Natürlich ist es völlig legitim, sich Gedanken über Krankheiten und Impfungen zu machen und ggfs. auch mal Risiko (das in manchen Fällen faktisch besteht) gegen den Nutzen abzuwägen. Dies muss aber aufgrund rationaler und fundierter Grundlagen geschehen. Und das ist leider häufig nicht der Fall.

Zitat eines befreundeten Kinderarztes:

“Ich kläre alle Eltern über die entsprechenden Impfungen auf und nehme mir viel Zeit dafür, um Prinzip, Wirkung und Risiken umfassend zu erleutern. Danach erwarte ich von den Leuten auch, dass sie ihre Kinder entsprechend den STIKO-Empfehlungen impfen lassen. Tun sie das nicht, müssen sie sich einen anderen Arzt suchen, weil ich es nicht zulassen kann, durch die Ignoranz weniger Eltern die Gesundheit der anderen Patienten zu gefährden.”

Ignoranz ist ein gutes Stichwort. Die Entscheidungen der meisten Impfgegner beruhen nicht auf einer rationalen Grundlage. Meist sind es anthroposophische bzw. alternativmedizinische Einstellungen oder religiöse Gründe [die Grenzen sind da fließend), die oft mit Halbwissen und Propaganda gepaart zur Impfverweigerung führen.

Gerne werden dabei z.B. der Rückgang oder die Ausrottung schwerer Erkrankungen ausdrücklich nicht in Verbindung mit dem Beginn der Impfungen gebracht. Ich habe da schon die abstrusesten Dinge lesen müssen.

Traurigerweise gibt es auch nicht wenige Ärzte, die diese Einstellung teilen und verbreiten.

Es bleibt nur zu hoffen, dass diese Tendenz abnimmt, sonst leiden auch die Menschen darunter, die sich ernsthaft Gedanken über das Thema machen.

[via weitergen]

Nachtrag:
Besonders interessant sind die Kommentare zu dem Beitrag. Dort nimmt u.a. auch ein Vertreter der betroffenen Rudolf-Steiner-Schule in Salzburg Stellung zu dem Thema.

Spannend finde ich in diesem Zusammenhang, dass er (und offenbar auch einige andere) die Tatsache abstreiten, dass Anhänger der Anthroposophie überdurchschnittlich oft Impfungen kritisch gegenüber stehen. [und das mal völlig losgelöst von dem konkreten Fall in AUT)

Ein Kommentar

  1. Hier in diesem Thread (über Spätfolgen von Masern) und im dazugehörigen Forum gibt es massenweise Infos zu diesen Impfgegnern und ihren Machenschaften:
    http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/showtopic.php?threadid=3674
    lg,
    Achter



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